Multikulturelle Gesellschaft – Wurzeln, Abwehr und Visionen
Vorbemerkung
Im Herbst letzten Jahres verbrachte ich einen netten Abend mit interessanten Menschen an einem Tisch. Bald schon, wie oft in den USA, ging es darum, wer woher stammt. Schnell wurde deutlich: Hier sitzt eine solche Mischung von Herkunft und Kultur zusammen, dass allein daraus ein französischer Film mit biografischen Rückblenden werden könnte. Ein Mann ist armenisch-italienischer Abstammung; die armenische Tragödie ist für ihn ein Lebensthema. Eine andere ist Jüdin mit vielfältigem Lebenslauf, ihre Eltern sind aus Deutschland geflohen und über Israel und Südamerika in die USA gekommen. Ein Mann denkt über seine afrikanischen Wurzeln nach und darüber, dass der Nachname „Smith“ eigentlich der Name der Sklavenhalters seiner Vorfahren gewesen sein wird. Eine junge Frau hat einen Vater aus der Mongolei und eine chinesische Mutter. Und so weiter und so fort… ein anregender Abend, typisch Amerika. Jemand fragt: „And what is your life´s story?” Und dann beginnt ein Erzählen, Diskutieren, Lachen, Staunen – Biografien sind Geschichten, die Geschichte lebendig machen. Alle hier sehen sich als Amerikaner. Sie alle aber bzw. ihre Vorfahren sind zugewandert – freiwillig oder unfreiwillig aus Europa, erzwungenermaßen als Sklaven aus Afrika, in der Hoffnung auf Zukunft jenseits der Armut aus Lateinamerika. Die indianischen Ureinwohner sind heute eine gewaltsam dezimierte absolute Minderheit. Sie jedenfalls waren nicht der Maßstab für Anpassung.

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1 Kommentaar vir | One Response to Multicultural Society: Roots, Resistance and Visions (In German)
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